Angst bewältigen in Pforzheim

Ängste und Phobien

Angst ist für uns wichtig und per se etwas Gutes, wie verrückt auch das klingen mag. So hat beispielsweise die Angst vor einem Säbelzahntiger zum Überleben unserer Vorfahren beigetragen. Auch heute gehört Angst noch zu unserem Überlebenswerkzeug und ist in bestimmten Situationen sehr sinnvoll. Wir haben zwar keine Gefahren mehr wie Säbelzahntiger zu bewältigen, doch auch alltägliche Dinge wie der Straßenverkehr können Gefahren in sich bergen. Allerdings kann uns Angst und die eventuell damit verbundenen körperlichen Reaktionen auch sehr belasten, vor allem dann, wenn sie sich zu verselbstständigen scheint und unser Leben einschränkt.

Was ist Angst?

Rein biologisch wird in angstauslösenden Situationen der Sympathikus, ein Teil des Nervensystems, aktiviert. Dieser veranlasst unter anderem die Ausschüttung von Adrenalin, einem Stresshormon, und Cortisol, einem Stoffwechselhormon. Der Körper schaltet auf „Alarm“ um. Die Herz- und Atemfrequenz werden beschleunigt, die Pupillen weiten sich, Muskeln spannen sich an und es kann zu Schweißausbrüchen kommen. Die Verdauung ist reduziert, denn der Körper befindet sich in einer Art Notzustand und will alle Reserven aktivieren.

Durch diese Reaktionen sind wir einerseits sehr fokussiert und können enorme Kraft mobilisieren, um zu fliehen oder zu kämpfen und uns damit zu retten. Andererseits kann die erwartete Bedrohung uns lähmen, sodass wir nicht vollständig auf unsere Ressourcen zugreifen können.

Ein Leben ganz ohne Angst – wollen wir das wirklich?

Um aus dieser Lähmung und Belastung zu kommen, wünschen wir uns oftmals ein angstfreies Leben. Dass wir uns das wünschen ist verständlich, erfüllen uns die Begleiterscheinungen von Angst doch nicht gerade mit angenehmen Gefühlen. Aber Angst kann in Gefahrensituationen lebensrettend und sehr sinnvoll sein. Zusätzlich ist der älteste Bereich des Gehirns, der u.a. für unser Überleben zuständig ist, rasend schnell aktiviert, viel schneller als unser bewusstes Denken. Somit ist es nahezu unmöglich, Gedanken der Angst komplett auszuschalten. Ein Leben völlig ohne Angst ist somit einerseits ein verständliches Sehnsuchtsziel und gleichzeitig ist es für unser Überleben nicht sinnvoll.  Was können wir also tun, um wieder kraftvoll das Steuer selbst in die Hand zu nehmen.

Bewusst entscheiden, wie wir mit Angst umgehen

Wir können gezielt daran arbeiten, dass uns unsere Ängste nicht lähmen, sondern uns gut leiten. Es ist ebenso möglich, unsere Selbstwirksamkeit zu stärken und mit der Angst leben zu lernen. Wir können sogar bewusst entscheiden, wie wir mit Gedanken der Angst und den körperlichen Reaktionen umgehen wollen und sie integrieren. Genauso können wir lernen, achtsam die Gedanken, Emotionen und Körperreaktionen wahrzunehmen und zu beobachten. Mit gezielten Übungen, die Sie während der Behandlung in meiner Praxis erlenen, können wir unser Nervensystem beruhigen und selbst wieder das Ruder in die Hand nehmen. So sind Sie wieder in der Lage, die Reise zur Entwicklung Ihrer Persönlichkeit selbst zu gestalten.

Angst hat viele Gesichter

Man könnte Ängste in spezifische Ängste und in "unspezifische" Ängste einteilen.

Bei den spezifischen Ängsten kann man das Objekt oder die Situation, die die Angst auslöst, klar benennen. Bei den "unspezifischen Ängsten“ ist dies nicht so einfach möglich, der Auslöser ist hier oft nicht bewusst. Man neigt generell zum Grübeln, zum Generieren aller möglichen Horrorszenarien, manchmal fühlt man sich den eigenen Gedanken ausgeliefert. Genauso kann auch eine körperliche Angstreaktion wie Zittern oder ein Schweißausbruch auftreten und Sie wissen nicht, was der Auslöser war.

Spezifische Ängste und Phobien

Ängste vor Situationen

Beispiele: Angst

  • sich zu blamieren
  • zu versagen
  • im Mittelpunkt zu stehen, vor öffentlichen Auftritten
  • allein zu sein
  • vor Verlust
  • vor Krankheit
  • vor Tod
  • vor zu viel Nähe und Bindung
  • sich nicht in Sicherheit bringen zu können
  • beim Zahnarzt oder medizinischen Eingriffen
  • vor Höhe
  • beim Fliegen
  • bei Enge
  •  etc.

Angst vor Wesen/ Objekten

Beispiele:

  • vor Spinnen, Schlangen, Hunden, etc.
  • vor Spritzen, spitzen Gegenständen, Blut
  •  etc.

Unvorhersehbare Ängste und Panik

Eine Angst- oder Panikstörung ist vor allem gekennzeichnet durch eine plötzlich auftretende, anfallsartige Angst mit innerer Unruhe. Starke körperliche Beschwerden wie Zittern, Schwindel, Schweißausbruch, Übelkeit, Herzrasen etc… sind häufige Begleiterscheinungen.

Eine generalisierte Angst steht oft in Verbindung mit ständiger Grübelei und Sorgen, Angst, dass einem selbst oder den Angehörigen etwas zustößt, egal, wie unwahrscheinlich das gerade erscheinen mag.

Wie äußert sich Angst?

Wenn spezielle Dinge wie Spinnen Angst in uns auslösen, dann können wir versuchen, eine Begegnung mit Spinnen zu vermeiden. Dies kann dazu führen, dass wir nicht mehr in den Keller oder dorthin gehen, wo wir diese Tiere vermuten. Somit sind wir im Fluchtmodus und schränken unseren Handlungsspielraum ein. Alternativ könnten wir aber auch unseren Kampfmodus aktivieren und immer wieder bewusst den angstauslösenden Objekten begegnen und gleichzeitig mit gezielten Übungen unser Nervensystem beruhigen.

Wir verfügen (leider) noch über einen dritten Modus, die Angststarre. Diese setzt ein, wenn unser Gehirn vermutet, dass Flucht oder Kampf sinnlos sind.  Dann sinkt der Herzschlag und die Muskeln versteifen sich. Wir sind das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange.

Angst kann enorme Kräfte in uns freisetzen, die normalerweise unser Überleben sichern könnten. Wenn diese Kräfte ohne ein Ventil in uns aktiv sind, kann dies zu innerer Unruhe oder Aggressivität führen. Wird die Angst Ihr wiederkehrender Begleiter, kann es zu Erschöpfungszuständen kommen. Schränken wir unseren Handlungsspielraum hingegen aufgrund der Angst immer stärker ein, verlieren wir Lebensqualität und Freiheit.

Welche Symptome weisen auf eine Angsterkrankung hin?

 Sie merken selbst am besten, welche Anzeichen bei Ihnen auftreten. Die häufigsten Symptome sind:

  • Engegefühl in der Brust
  • Schwitzen
  • Zittern und Schwindel
  • Innere Unruhe/Nervosität
  • Herzrasen
  • Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit oder Durchfall
  • Spannungskopfschmerzen
  • Taubheitsgefühle („Ameisenlaufen“)
  • Muskelverspannungen 
  • Konzentrationsprobleme
  • Denkblockaden
  • Appetitlosigkeit
  • Fluchtgedanken
  • Schlafprobleme
  • ständiges Gedankenkreisen um die Angst
  • Angst vor der Angst
  • sozialer Rückzug
  • Frustration bis hin zu Depression

Was ist mein Angebot an Sie?

So einzigartig wie Sie mit Ihrer Biografie und Ihrem Erleben sind, so individuell ist mein Angebot an Sie. Ich lege großes Augenmerk auf einen wertschätzenden und sensiblen Umgang mit dem Thema „Angst“. Eine umfangreiche und ausführliche Anamnese, bei der ich Sie kennenlernen darf und auch eventuelle organische Ursachen ausschließen möchte, ist die Basis jedes Therapieansatzes. Gemeinsam besprechen wir, wie ein individuell an Sie angepasster Weg zur Bewältigung der Ängste aussehen kann. In meiner Praxis arbeite ich ressourcenfokussiert und lösungsorientiert. Ich glaube fest daran, dass Sie die Lösungen bereits in sich tragen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Impuls, um das zu erkennen – dies kann meine Therapie sein.

Haben Sie noch Fragen?

Gerne berate ich Sie in einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeiten der Behandlung von Angst und Phobien in meiner Praxis.

Sprechen Sie mich einfach an, ich freue mich auf Sie.

Manuela Fersing

Am Waisenhausplatz 16

75172 Pforzheim

Mobil 01573 2602656

Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.